Burg Bauwerk und Denkmal aus längst vergangenen Zeiten

Um 1200 erstmals urkundlich erwähnt, erweist sich die alte Ringburg, damals Grenzfeste und Flucht - und Siedlungspunkt zwischen deutschen und slawischen Siedlern, heute als altehrwürdiges und kulturelles Zentrum der Gemeinde Lichtentanne mit Museum, Gaststätte und Freilichtbühne.

Bauherren waren die Voigte von Weida, die bis 1354 auch Besitzer der Burg waren. Bis 1459 Lehnsgut der Wettiner, wurde sie dann Eigentum derer von Weißenbach, die sie von der alten Grenzfeste zur Wohnung umbauten. Deshalb behielt die Burg seit 500 Jahren ihr Aussehen.

Der alte Burgzugang, heute Bärenzwinger - ein Prestigeobjekt der letzten Besitzer ab Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Torhalle, mit ehemaliger Zugbrücke und dem noch vorhandenen Pechloch, war die letzte Verteidigungsmöglichkeit vor dem Turm. Der kleinere Teil des Innenhofes wird von der Wohnung des ehemaligen Försters der Burg umgeben. Im größeren Teil des Innenhofes, mit einem dekorativen Laubengang und dem Bergfried als erstes steinernes Baudenkmal - ehemals 32 m hoch -, spürt man noch heute die mittelalterliche Romantik.

Eine 500 Jahre alte Seltenheit ist die über dem Museumseingang verewigte Spott- oder Bittfigur.

Im Museum befindet sich eine Ausstellung "Umwelt und Jagd".
Ihr Inhalt: - Hege und Jagd als Notwendigkeit für einen intakten Wald
- Abnormitäten bei Wild
- der Rothirsch als König der Wälder
- die Jagd im asiatischen und afrikanischen Teil der Erde
Die Darstellung eines originalen Wehrganges und die 500 Jahre alte Dach- und Balkenkonstruktion mit asymmetrischer Stützsäule, sowie eine gotische Holzsäule mit wunderbaren Schnitzereien, zeugt von der handwerklichen Kunst damaliger Baumeister.

Die Kemenate, entstanden als erster beheizbarer Raum im Zuge des Umbaues zur Wohnburg in der Mitte des 15. Jahrhunderts, ist im Original fast vollständig als spätgotische Holzbohlenstube erhalten.

Ein Kleinod der Burg - die Kapelle, ehemals Verbindungsgang zwischen zwei Flankentürmen der Wehranlage. Ab Mitte des 15. Jahrhunderts erfolgte der Umbau zur Kapelle, bis zum 16. Jahrhundert weiterer Ausbau durch gotisches Kreuzgewölbe und Fensterumrahmungen.

Ende des 17. Jahrhunderts erfolgte der Einbau der Kanzel, der Empore, der Sakristei und des Flügelaltars - letzteres ein Werk des Malers M. Krodel (Schüler von Granach).

Die vermutlich einzige Orgel ihrer Art in Europa, geschaffen von unbekannten Baumeistern und völlig aus Holz konstruiert, erklingt noch heute zu festlichen Anlässen.

Die Kapelle ist heute für Familienanlässe aller Art nutzbar. Bei Hochzeiten kann diese romantische Umgebung als Standesamt dienen.

Das Burgmilieu, von der Freilichtbühne bis zum Innenhof und dem Turm, bietet eine herrliche Atmosphäre für mittelalterliche Ritterspiele, Burgfeste, Konzerte und andere Veranstaltungen. Unsere Burg kann zur Ausrichtung von Veranstaltungen gemietet werden. Vom Burgturm aus bietet sich Ihnen ein schöner Rundblick auf die umliegende Landschaft mit einer Vielzahl von Orten.

Führungen, Konzert- und Veranstaltungskarten können telefonisch bestellt werden.

Zur Chronik

Um 1180 Beginn der Errichtung einer Wehr- und Schutzanlage. Bauherren waren die Voigte von Weida, die bis 1354 als Inhaber der Herrschaften Schönfels-Werdau und Wiesenburg auch Besitzer der Burg waren.
1225 erste urkundliche Erwähnung in einer Urkunde von Bischof Engelhardt von Naumburg. Ursprünglich waren wehrhafte Mauern um den Innenhof mit Turm, hölzerne Gebäude im Vorhof und ein Wallgraben vorhanden.
Um 1300 Entstehung weiterer Steinbauten. Im 13. und 14. Jahrhundert war die Burg Amt eines großen Verwaltungsbezirkes.
1430 Belagerung durch die Hussiten.
1500 war der Besitzer der Herr von Weißenbach. Er veranlaßte den Einbau der Kapelle, der Kemenate und des Archivs.
1651 wurde die Burg von einem schweren Brand heimgesucht. Damaliger Besitzer war Carl von Carlowitz.
1722 bauliche Veränderungen am Toraufbau.
1743 Kürzung des Turmes nach einem Blitzschlag. Dadurch kam es zum Verlust der Zinnen.
1770 - 1945 Sommersitz der Familie von Römer.
1945 erfolgte die Enteignung des Grundbesitzes, die Burg geht in Volkseigentum über. Danach Nutzung als Wohnstätte und Jugendherberge.
1965 begann die Wiederinstandsetzung der Burg.
Ab 1973 Restaurierung der Burganlage.
1975, im 450. Gedenkjahr an den Bauernkrieg, wurde die Burg Schönfels als Museum und Kulturstätte eröffnet.
1995 im Rahmen der Gebietsreform wird die Einheitsgemeinde Lichtentanne Eigentümer der Burg.

Wege zur Burg Wege

Öffnungszeiten:
Dienstag - Donnerstag sowie
Sonnabend und Sonntag           von 10.00 - 17.00 Uhr,
Montag und Freitag geschlossen


Burgstraße 34
D - 08115 Schönfels

Telefon +49 (0)376 00/2327
Fax +49 (0)376 00/2577